Figurenaufstellung

Figurenaufstellung

Im Genre des Abenteuers gibt es klare Fronten: da gibt es einen „guten“ Protagonisten (die Hauptfigur oder den Held) und einen „bösen“ Antagonisten (den Gegenspieler). Abenteuergeschichten leben vom Kontrast und vom Kampf des Guten gegen das Böse. Der Protagonist versucht auf seiner Abenteuerreise immer ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Der Antagonist versucht dies zu vereiteln.

Der Protagonist

Der Protagonist einer Abenteuergeschichte ist zum Bei-spiel Frodo Beutlin in „Der Herr der Ringe“ oder Luke Skywalker in „Star Wars“. Der Protagonist einer Abenteuergeschichte begibt sich immer auf eine gefahrenvolle Reise, auf der er verschiedene Prüfungen bestehen muss. Mit dem Protagonisten identifizieren wir uns als Zuschauer oder als Leser. Wir fiebern mit ihm mit, ob er es schafft, sein Ziel zu erreichen. Auf einer übergeordneten, psychologischen Ebene handeln Abenteuer vom Sich-Bewähren in der Welt. Protagonisten in Abenteuergeschichten müssen ums Überleben in einer lebensfeindlichen Umgebung kämpfen und wandeln sich dabei oft vom unscheinbaren, kämpferisch unerfahrenen Menschen zu einem echten Helden.

Der Protagonist und seine Gruppe

Da die Umgebung in Abenteuergeschichten vom Autor gefährlich gestaltet sein sollte, kann ein Einzelner die zu lösende Aufgabe nicht immer allein bewältigen. Deswegen hat der Protagonist nicht selten eine kleine Gruppe um sich. Zu der Gruppe kann eine Zeit lang ein Mentor gehören, der den Protagonisten ausbildet und ihm (geheime) Kräfte verleiht. Möglicher Teil der Gruppe kann außerdem ein Freund sein, der dem Protagonisten beisteht, mit ihm spricht und ihm in jeder Lage hilft. Seltener finden wir eine Partnerin in der Gruppe des Protagonisten. Häufiger jedoch rettet der Protagonist eine Person, in die er sich dann später und im Verlauf der Handlung verliebt.

Es gibt keine Regeln dafür wie eine Gruppe um den Protagonisten auszusehen hat. Es muss nicht unbedingt einen Mentor oder einen Freund geben. Die Gestaltung der Gruppe bleibt allein dem Autor überlassen und hängt immer von der Story ab, die erzählt werden soll. Je mächtiger und größer der Feind ist, umso größer sollte auch die Gruppe des Protagonisten sein. Die Gruppe um den Protagonisten sollte allerdings immer kleiner sein als die Gruppe des Antagonisten. Der Zuschauer liebt Geschichten, in denen eine unterlegene Gruppe gegen eine Übermacht siegt („David gegen Goliath“).    

Der Antagonist

Die Figur, die gegen den Protagonisten kämpft, ist der Antagonist. Er will in einem bestimmten Bereich die Herrschaft an sich reißen und die Ziele des Protagonisten vereiteln. In Abenteuergeschichten stehen dem Protagonisten meist mehrere Gegner gegenüber. Doch es gibt immer nur einen Hauptgegner, mit dem sich der Protagonist (im dritten und letzten Akt) messen muss. Dieser Antagonist will entweder seine Herrschaft verteidigen oder sein Einflussgebiet vergrößern. Das kollidiert mit den Zielen des Protagonisten.

Der Antagonist besitzt abgrundtief schlechte Charaktereigenschaften. Er kann ein Mensch sein (z. B. der LKW-Fahrer in „Duell“), ein böser Geist (z. B. Sauron in „Der Herr der Ringe“), eine Armee von Außerirdischen (z. B. in „Independence Day“) oder es können ein oder mehrere gefährliche Tiere sein (z. B. Dinosaurier in „Jurassic Park“ oder der Hai in „Der weiße Hai“). Der Antagonist tötet Menschen ohne  mit der Wimper zu zucken. Er kann dabei eine ganze Truppe oder eine Armee hinter sich geschart haben.

Der Antagonist und seine Truppe

Ähnlich wie der Protagonist, hat auch der Antagonist seine Verbündeten. Meist steht ihm ein treuer Diener zur Seite, der ihn von Beginn an begleitet und ihm treu ergeben ist. Diese Figur kann als „der erste Mann des Antagonisten“ bezeichnet werden. Diese Figur befehligt die Truppe des Antagonisten. Der Antagonist tritt dem Protagonisten in aller Regel erst gegen Ende der Geschichte direkt gegenüber. Dann kommt es zu einem packenden Zweikampf und dem Sieg des Guten über das Böse. Bevor der Protagonist den Antagonisten besiegt, muss der Protagonist Teile der Truppen des Antagonisten und vor allem den „ersten Mann des Antagonisten“ niederringen.

Die Truppe des Antagonisten besteht aus blinden Befehlsempfängern, denen es nichts ausmacht, andere Menschen zu verletzen und zu töten. Die Gruppe des Protagonisten hingegen setzt sich aus Individualisten zusammen, die Gefühle und Gedanken besitzen und Hemmungen besitzen, Schlechtes zu tun.


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