Prolog

Prolog

Einführung

Abenteuergeschichten sind vermutlich so alt, wie die Menschheit selbst. Im Gilgamesch-Epos geht es um verschiedene Heldentaten eines Königs. Das Epos ist etwa 5000 Tausend Jahre alt. Homes Odyssee schildet die Heimreise des Königs Odysseus nach dem Trojanischen Krieg. Die Odyssee ist um die 3000 Jahre alt. Vermutlich erzählten sich die Menschen zu jeder Zeit spannende Geschichten von Personen, die eine beschwerliche Reise machten und dabei viel erlebten und durchlitten.

Abenteuergeschichten streifen in ihrer Erzählgeschichte nicht nur den Ritterroman, auch Reiseberichte gehören zu der Gattung, sowie Seefahrergeschichten. Im Zentrum geht es immer um eine Person oder eine Gruppe, die sich von Punkt A nach B bewegt. Wenn man diese Prämisse den Abenteuergeschichten zugrunde legt, erkennt man, dass diese Erzählform mit vielen Genres Schnittmengen bildet. Reisen gibt es in Western, Fantasy- und Science-Fiction-Storys, in Kriegs- und Anti-Kriegserzählungen, sowie in Road-Movies und Weltraumerzählungen.

Nahezu alle Abenteuergeschichten spielen mit dem Leitmotiv des Überlebenskampfes in einer feindlichen Umwelt. Wichtig ist dabei, dass eine Hauptfigur (ein „Held“) verschiedene Hindernisse bewältigt, und einen starken Gegner bezwingt.

Abenteuergeschichten leben auch vom Kontrast und vom Kampf des Guten gegen das Böse. Der Held versucht auf seiner Abenteuerreise immer ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Der Gegner versucht dieses Ziel zu vereiteln.

Ganz nebenbei spürt der Leser oder Zuschauer die Atmosphäre des fremden Landes, in dem die Abenteuergeschichte spielt. Abenteuer leben also stark von Beschreibungen, Erlebnissen und von den Besonderheiten eines fremden Landes.

Wer eine Abenteuergeschichte schreiben will, dessen Held sollte mehrere Bewährungsproben bewältigen. Joseph Campbell (Der Heros in tausend Gestalten) hat hierfür den Begriff „Heldenreise“ geprägt und ein Modell dazu angefertigt. Das Modell von Campbell hat Christopher Vogler (Die Odyssee des Drehbuchschreibers) auf den Film übertragen und eine Drehbuchlehre entwickelt. Meiner Ansicht nach ist die Heldenreise jedoch nicht auf alle Genres und jede Story übertragbar. Wer aber eine Abenteuergeschichte schreiben will, der sollte sich mit Campbell und Vogler näher beschäftigen.

Das Genre

Das Genre „Abenteuer“ eignet sich ideal für das Medium Film. Film zeigt Bewegung. Abenteuergeschichten zeigen, wie sich Gefährten oder Einzelfiguren von einem Punkt A zu einem Punkt B bewegen. Die Kamera muss sich dabei zwangsläufig mitbewegen. Sie zeigt Bilder des Fahrens, Reitens oder Gehens und kann dabei grandiose Landschaften und Bilder einfangen. Durch den häufigen Wechsel der Stationen kommt viel Abwechslung in die Handlung. Das bedeutet aber die große Herausforderung für den Autor, originelle Orte und Geschichten zu finden und zu erfinden.

Abenteuerfilme wie Abenteuerfilme wie „Der Herr der Ringe“ (2001-2003), „Der Hobbit“ (2012-2014) oder „Indiana Jones“ (1981-2008) kennt nahezu jeder. Das sind klassische und typische Abenteuergeschichten. Es gibt jedoch auch Erzählungen aus anderen Genres, die den Erzähl­inhalt und die Struktur von Abenteuergeschichten besitzen. Erzählinhalt meint die Reise von Punkt A nach Punkt B. Und Aufbau oder Struktur meint eine Reise mit verschiedenen Hindernissen.

Wenn man Abenteuerfilme also so definiert, dass ein Mensch oder eine Gruppe von Punkt A nach B kommen will und dabei mehrere Hindernisse bewältigen muss, dann besitzen viele Filme und Romane aus den unterschiedlichsten Genres Aspekte und Erzählinhalte der Abenteuergeschichte.  

Eine Reise von Punkt A nach B unter der Bewältigung von Hindernissen thematisieren zum Beispiel viele Katastrophenfilme, wie „Dante’s Peak“ (1997), „The Day after Tomorrow“ (2004), „2012“ (2009), „Daylight“ (1996) oder „Krieg der Welten“ (2005).

Viele Western haben eine Reise in ihrem erzählerischen Zentrum: „Red River“ (1948), „Stagecoach“ (1939), „Silverado“ (1985) oder „Todeszug nach Yuma“ (2007) sind einige Beispiele.

Auch viele Fantasy- und Science-Fiction-Filme gehören eindeutig nach der Definition des Reise- und Hindernis-Schemas zu der Gruppe der Abenteuergeschichten, wie etwa „Star Wars“ und „Jurassic Park“.

Ebenso besitzen viele Seefahrergeschichten wesentliche Inhalte der Abenteuerreise: „Moby Dick“, „Fluch der Karibik“, „Master and Commander“ und „Der Sturm“ sind nur ein paar Beispiele.

Aber damit nicht genug: Viele Kriegs- und Anti-Kriegsfilme, wie zum Beispiel „Der Soldat James Ryan“, „Apocalypse Now“, „Predator“ und „The Expendables“ haben in ihrem erzählerischen Zentrum eine Reise.

Sogar Road-Movies sind nach der Definition der Abenteuergeschichte aufgebaut. Die Filmbeispiele „Perfect World“, „Thelma & Luise“, „Rain Man“ oder „Paul – Ein Alien auf der Flucht“ sollen Ihnen dies verdeutlichen. 

Selbst Weltraumfilme wie „Interstellar“, „Space Cowboys“ und „Guardians of the Galaxy“ besitzen ebenso wesentliche Inhalte eines Abenteuers.

Und natürlich gibt es noch viele Kinderfilme, denen das Thema der Reise zugrunde liegt: „Pinocchio“, „Ice Age“, „Oben“, „Findet Nemo“ oder „Shrek“ sind hier einige wenige Beispiele von vielen. 

Die Beispiele zeigen, dass es in den unterschiedlichsten Genres Geschichten gibt, die narrativ eine große Nähe zu Abenteuergeschichten aufweisen, auch wenn sie vielleicht  nicht sofort als solche erkennbar sind.


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