Lovestory-Figuren

Lovestory-Figuren

Was sind typische Figuren von Lovestorys?

Jede Figur hat eine bestimmte Funktion in einer Geschichte – ähnlich einer Schachfigur: Die eine Figur soll sich zum Beispiel verlieben. Eine andere hat sich bereits verliebt und will sich trennen. Eine dritte Figur will die Liebe von zwei anderen verhindern und sabotiert die Liebenden. Eine vierte Figur hilft jedoch den Liebenden und so weiter. Figuren dienen immer einem übergeordneten Ziel, der zentralen Geschichte, die erzählt werden soll.

In Liebesgeschichten gibt es verschiedene Parteien. Neben den Liebenden (der Hauptfigur und ihrem Partner) gibt es häufig auch einen Gegner. Außerdem gibt es fast immer eine Figur, die die Liebe der beiden Liebenden unterstützt. Die beiden letztgenannten Figuren sind Nebenfiguren. Ich bezeichne diese Nebenfiguren entweder als Partei des „Störenfrieds“ oder als Partei der „Helfer“.

„Störenfriede“ dienen dazu, die Liebe zweier Figuren zu erschweren. Sie sorgen dafür, dass die Liebe sich nicht allzu schnell entwickelt. Das kann zum Beispiel die Figur eines eifersüchtigen Gatten übernehmen.

„Helfer“ hingegen unterstützen die Liebe. Sie führen zum Beispiel verkrachte Ehepartner zusammen und sprechen den Hauptfiguren Mut zu.

Diese „typischen Figuren“ sind Platzhalter unserer Entscheidungsmöglichkeiten: Wir als Menschen können uns verlieben. Wir können geliebt werden. Wir können anderen bei der Entwicklung ihrer Liebe helfen oder sie dabei behindern. Vielleicht lernen wir anhand dieser Platzhalterfiguren uns selbst ein wenig besser kennen?

Die wichtigste Figur im Bereich der Lovestorys ist der Protagonist.

Der Protagonist

Der Protagonist eines Films ist die Figur, mit der wir als Zuschauer am meisten mitfühlen und mitfiebern. Das ist zum Beispiel Rose in „Titanic“ oder Scarlett in „Vom Winde verweht“. Ein Protagonist und seine Geschichte kann auch der Anlass sein, eine Geschichte überhaupt erst zu erzählen. Das ist oft bei Geschichten der Fall, die auf einer Biografie beruhen. Folgende Kennzeichen besitzt ein Protagonist:

  • Die Perspektive der Erzählung ist vorwiegend die des Protagonisten.
  • Er wird am Anfang der Geschichte von allen Figuren am ausführlichsten vorgestellt.
  • Mit ihm soll der Zuschauer mitfiebern und mitfühlen.
  • Er durchlebt im Zuge der Handlung die stärksten Emotionen.
  • Er ist in fast allen Handlungssträngen der Story unmittelbar beteiligt.
  • Er macht den Plot, um den es geht, am deutlichsten und demonstriert ihn regelrecht. Er personifiziert gewissermaßen den Plot.

Manchmal erfindet ein Autor zuerst den Protagonisten und entscheidet sich erst anschließend für einen Plot. Oder ein Autor hat zuerst den Plot und sucht dann den idealen Protagonisten aus. Eine eindeutige Regel, wie man als Autor vorgehen sollte, gibt es allerdings nicht. Da arbeitet jeder Autor individuell.

Der Protagonist ist immer die Figur, die im Mittelpunkt einer Geschichte steht – egal ob Lovestory, Abenteuer oder Actionfilm. Bei Abenteuerfilmen haben wir jedoch eine andere Figurenkonstellation als bei Liebesfilmen. In Abenteuerfilmen gibt es zum Beispiel immer einen starken Gegner, den sogenannten Antagonisten.

Dieser kommt bei Liebesgeschichten nicht immer vor oder nur am Rande. Ausnahme sind die Superplots „Rache nach Trennung“, „Die Liebesintrige“ oder „Liebeslügen“. Dort ist sogar der Partner des Protagonisten ein echter Antagonist.

Es hängt also einerseits vom Genre und andererseits vor allem vom Plot ab, ob und wie die Partei des Antagonisten aufgestellt wird. Man kann deswegen keine Figurenaufstellung benennen, die für alle Liebesgeschichten gleichermaßen gilt. 

Der Partner des Protagonisten

Da es bei Liebesgeschichten um Liebe gehen sollte, ist die zweitwichtigste Figur der Partner des Protagonisten. Ist der Protagonist aktiv, übernimmt er zugleich die Führung in der Handlung. So etwa bei „Vom Winde verweht“. In „Titanic“ ist Rose zwar der Protagonist, doch sie ist eher passiv und wartet ab, was Jack tut. Rose ist also ein anfangs passiver Protagonist und der Partner Jack ist anfangs aktiv. Es gibt jedoch keine Regel dafür, wer aktiv oder passiv ist. Das hängt ganz von der Geschichte ab und wie sie gestaltet wird.

Protagonist und Partner sind Träger folgender Beziehung: Sie streben entweder zueinander hin oder voneinander weg. Das heißt, die Hauptfiguren lieben sich oder hassen sich (vermissen sich).

Die Liebenden sollten nicht oder nur kurze Zeit neutral zueinander stehen oder sich gleichgültig sein. Denn nur so können Spannungen und Konflikte entstehen.

Typische Nebenfiguren

Wesentliche Spannung kann der Antagonist oder der sogenannte „Störenfried“ in eine Liebesgeschichte bringen. Er behindert und verhindert in der Regel, dass der Protagonist und dessen Partner zusammenkommen. Nur die bereits erwähnten Geschichten mit den Superplots „Rache“, „Lügen“ und „Intrigen“ besitzen einen echten Antagonisten im Genre Liebesfilme. In einem solchen Fall ist der Antagonist jedoch nicht mehr nur Nebenfigur, sondern wird zu einem Partner des Protagonisten.

Im Normalfall beschränkt sich die Funktion des Antagonisten in Liebesgeschichten auf die des Störenfrieds, dessen Präsenz natürlich von großer Bedeutung für eine der Hauptfiguren sein sollte. Der Begriff Antagonist in Bezug auf Liebesgeschichten ist daher meiner Meinung nach eher unpassend. Die Bezeichnung „Störenfried“ umschreibt seine Funktion treffender.

Der Störenfried kann zum Beispiel ein Ehemann auf Geschäftsreise sein oder ein Partner, der im Urlaub weilt. Seine Präsenz und seine Rückkehr schweben dann in der Kennenlernphase wie das „Damoklesschwert“ über den Köpfen des Protagonisten und dessen Partners, die gerade im Begriff sind sich zu verlieben.

Der Störenfried behindert in vielen Liebesgeschichten das Zusammenkommen der Liebenden. Er zögert die Handlung immer weiter hinaus und sorgt für Spannung, ob sich die beiden Liebenden am Ende bekommen oder nicht.

Es gibt, wie bereits erwähnt, noch die anderen wichtigen Nebenfiguren, die „Helfer“. Also diejenigen, die als „Unterstützer“ oder „Freunde“ der Hauptfiguren fungieren. Das sind oft selbstlose Menschen, denen zum Beispiel viel am Wohlergehen des Protagonisten liegt. Helfer besitzen folgende Eigenschaften: Sie hören gerne zu, haben viel Geduld und großes Verständnis für die Probleme der Liebenden.

Eine Partei, die manchmal im Zusammenhang mit Liebesgeschichten vergessen wird, ist die Gesellschaft. Gesellschaftliche Umwälzungen können die Liebe behindern oder verhindern. In Filmen wie „Casablanca“ (1942) oder „Vom Winde verweht“ (1939) spielt die Gesellschaft als „Störenfried“ eine zentrale Rolle. Ein gesellschaftlicher Störenfried kann der Krieg sein, die damit verbundene Gefangenschaft eines Partners oder die Trennung eines Partners im gesellschaftlichen Chaos. 


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