Zwei Welten

Zwei Welten

Liebesgeschichten behandeln nicht nur eine Annäherung zwischen zwei Menschen. Sie zeigen auf einer höheren Ebene immer auch zwei unterschiedliche Lebensentwürfe oder zwei verschiedene Welten, die kollidieren. Dabei muss sich immer einer der beiden Liebenden entscheiden, ob er seine alte Welt verlassen will oder nicht. Die Entscheidung sollte eine Figur in ein echtes Dilemma stürzen.

Jede Liebesgeschichte beruht auf einem einfachen Prinzip: Ein Liebender muss sich letztlich zwischen zwei Welten entscheiden. Die eine Welt ist tot, die andere Welt ist lebendig. Die lebendige Welt wird durch Kunst, Natürlichkeit, Spaß, Lachen und Genuss verkörpert. Die tote Welt ist durch Geld, Politik (Machtkämpfe), Alltag, Durchschnittlichkeit und Langeweile geprägt.

Der Liebende ist fast immer Teil der toten Welt oder darin gefangen und muss sich daraus befreien. Eine Figur, die anfangs in einer toten Welt lebt und dann daraus erwacht, ist zum Beispiel die Protagonistin des Films „Titanic“. Rose lebt in einer Welt des Luxus und der Überheblichkeit gegenüber ärmeren Menschen. Sie trifft den mittellosen Künstler Jack, der sie nicht nur vor dem Selbstmord rettet, sondern ihre eine neue Welt der Freude und Lebendigkeit aufzeigt.

Eine weitere Figur, die anfangs innerlich tot ist, ist Benjamin Braddock aus dem Film „Die Reifeprüfung“ (1967). Benjamin wird durch Mrs. Robinson, die seine Mutter sein könnte, verführt und in die Welt der Liebe eingeführt. Die Stimmung zwischen Benjamin und Mrs. Robinson kippt jedoch, als der Verführte bemerkt, dass Mrs. Robinson selbst „tot“ ist. Benjamin verliebt sich daraufhin in die Tochter von Mrs. Robinson.

Ein letztes Beispiel für eine Figur, die anfangs gar nicht bemerkt, wie tot sie eigentlich ist, kommt aus dem Film „Pretty Woman“ (1990). Der Geschäftsmann Edward Lewis lebt in Reichtum und Luxus. Er trifft auf die Prostituierte Vivian Ward, die Lebendigkeit in sein ödes Leben bringt und ihn „wachküsst“. Edward verändert seine Sicht auf die Welt und wird lebensfroher. Letztlich werden beide sogar ein Paar.

Eher seltener verkörpert der Protagonist selbst die lebendige Welt und sein Partner die „tote Welt“. Der Film „Hitch, der Date Doktor“ (2005) ist solch eine filmische Erzählung. Der Heiratsvermittler Alex Hitchens hilft Männern die richtige Frau zu finden. Doch er selbst hat die Frau fürs Leben bislang nicht entdeckt. Das ändert sich, als der lebensfrohe Mann die eher unterkühlte und kritische Journalistin Sara Melas kennenlernt und sich in sie verliebt.

Weitere Komödien, die mit dem Thema des lebensfrohen Protagonisten spielen sind die Filme „Der Ja-Sager“ (2008), „50 erste Dates“ (2004) und „Was Frauen wollen“ (2000). Der lebensfrohe Protagonist ist zwar kein eindeutiges Kennzeichen für eine Liebeskomödie, doch er kommt bei Komödien wesentlich häufiger vor als bei ernsten Liebesgeschichten.


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