Über uns

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Superplot.org ist ein Projekt von und für Autoren. Initiator ist Dramaturg und Autor J.C. Mohring, der sich an dieser Stelle vorstellt …

J.C. Mohring ist Diplom-Filmdramaturg und arbeitete als Lektor für ein Filmstudio. Er veröffentlichte mehrere Fachbücher zum Thema Kreativ-Schreiben und gibt Seminare. Im Jahr 2017 erschien sein erster Roman. Im Jahr 2020 hat er die Internetseite Superplot.org gegründet, mit deren Hilfe sich Autoren über Plots und über das Schreiben austauschen können.

Ist schriftstellerischer Erfolg Zufall oder gibt es vielleicht eine Formel?

Diese Frage stelle ich in meinen Seminaren immer wieder. Und ich staune nicht schlecht darüber, dass die meisten Menschen davon ausgehen, dass alles dem Zufall überlassen ist. Zufall ist nichts anderes als Glücksspiel. Kann es denn sein, dass die Erfolge von großen Autoren wie etwa Dostojewskij, Hemingway, Dürrenmatt oder Goethe rein zufällig passiert sind? Das würde bedeuten, dass diese Leute mehrmals hintereinander gewissermaßen einen Lotto-6er gezogen haben. Glaubst Du das wirklich? Glaubst Du tatsächlich an den Zufall beim Autorenerfolg?

Viel eher ist es wohl Talent. Doch nicht jeder kann von Natur aus brillant schreiben. Warum gibt es so viele Seminare? „Schriftsteller werden in 90 Tagen“ oder „Werden Sie Drehbuchautor!“. Nicht jeder, der solch ein Seminar besucht, wird zum Erfolgsautor, doch durch bestimmte Techniken kann man Grundlagen des Schreibens erlernen und ganz ordentliche Bücher verfassen, wenn man dranbleibt und nicht aufgibt.

Doch richtig erfolgreich schreiben, können nur sehr wenige. Vielleicht ist doch eine gehörige Portion Talent dabei? Kann sein. Ich bin hingegen seit mehreren Jahrzehnten davon überzeugt, dass der Erfolg eines Autors von bestimmten Grundformeln für Geschichten, sogenannten Story-Archetypen abhängt. Dabei ist es zwar auch wichtig, dass das Werk einer erfolgreichen Struktur folgt, wie sie etwa Syd Field beschrieben hat. Doch es ist noch viel wichtiger, dass Du als Autor ewige, beinahe mythische Erzählmuster und Erzählmotive erkennst und bedienst.

Mein Professor Reinhard Döhl (1934-2004), selbst auch Autor und Künstler, von der Stuttgarter Universität brachte mich bei einem Seminar mit dem Buch „Motive der Weltliteratur“ (1976) der Literaturwissenschaftlerin Elisabeth Frenzel (1915-2014) in Kontakt. Er schwärmte von dem Buch, und meinte, dass jeder Germanistik-Student dieses Werk besitzen solle. Als ich es schließlich in meinen Händen hielt und ein paar Seiten gelesen hatte, wusste ich sofort, dass dieses Buch etwas ganz Besonderes war.

„Motive der Weltliteratur“ betrachtete Dichtungen auf einer anderen, auf einer neuen Ebene. Die Autorin des Buches erkannte gemeinsame Strukturen, Muster oder Motive in Tausenden Geschichten. Zum Beispiel erkannte Elisabeth Frenzel das Motiv des „Heimkehrers“ in verschiedenen Storys. Sie erklärt in ihrem Buch immer erst das Motiv und belegt es dann mit verschiedenen Beispielen aus der Dichtung, wie etwa mit Homers „Odyssee“ oder Schillers „Die Räuber“. Mir wurde schlagartig klar, dass mein Professor recht hatte und dieses Buch ein kleines Schatzkästlein war.

Das Germanistik-Studium sollte mir als Sprungbrett zu einem Studium an einer Filmhochschule dienen. Die Filmuniversität Potsdam-Babelsberg nahm mich im Fach „Film- und Fernsehdramaturgie“ als Student auf. Ich wollte Drehbuchautor werden. So jedenfalls war mein Ziel. Zuerst war ich überglücklich, an einer Filmhochschule aufgenommen worden zu sein. Doch die Freude legte sich schnell. Ich schrieb neben dem Studium mehrere Kinofilm-Drehbücher, reichte sie ein, bekam jedoch Absagen. Ich merkte, dass mir etwas fehlte. Und das war nicht Talent.

Da ich ein großer Filmfan war, vermisste ich eine Art Storyformel für den Film. So etwas, wie ich bei Elisabeth Frenzel gelesen hatte, musste es doch auch für den Film geben. Ich reiste deswegen und während meines Studiums nach Kalifornien, nach Los Angeles, um dort in den Buchhandlungen und Bibliotheken zu recherchieren. Doch ich fand kein Buch mit dem erhofften Inhalt. Ich war überzeugt, dass es diese Formel auch für den Film geben musste und war begeistert von diesem Gedanken.

Los Angeles bei Nacht

Nach erfolgreichem Studienabschluss forschte ich weiter und dachte intensiv über meine Story-Formel nach. Ich wollte weg von Genres, um Geschichten auf einer inhaltsbasierten Ebene zu erforschen. Mein erstes Fachbuch „Dramaturgie made in Hollywood“ (2007) entstand in jahrelanger Kleinarbeit und durch die Sichtung von über 1000 Filmen. Ich unterteilte Storys in acht Gattungen, wie etwa Liebe (Love-Story), Freundschaft (Abenteuerfilm), Beruf (Krimi) und so weiter.

Das Buch verkaufte sich gut und wurde von vielen in- und ausländischen Bibliotheken aufgenommen. Doch ich merkte, dass das Buch nicht praxistauglich genug war. „Dramaturgie made in Hollywood“ war nicht der Schlüssel zum erhofften Erfolg.

Ich analysierte weiter Filme, Serien und Romane. Mittlerweile hatte ich ungefähr 5000 Bücher oder Filme gelesen und gesehen. Eines Tages kam mir die Idee zu einem neuen Ansatz, als ich in dem von mir jahrelang vergessenen Buch „Motive der Weltliteratur“ von Elisabeth Frenzel blätterte. Die Autorin beschrieb in ihrem Werk viele Liebes-Motive, bemerkte ich. Etwa „Die heimliche Liebesbeziehung“, „Inzest“ oder „Die verletzte Gattenehre“. Ich erkannte, dass sich die Motive der Weltliteratur auch auf den Film übertragen lassen konnten. Mittlerweile hatte ich genug gesehen und gelesen, um diese Aufgabe selbst meistern zu können.

Ich fing mit dem Genre der „Liebe“ an und schrieb das Buch „Hollywood erzählt Mythen: Teil 1: Das Geheimnis erfolgreicher Liebesgeschichten“ (2017). Das Ganze war als mehrbändige Werkreihe für verschiedene Genres konzipiert. Doch dieses erste Buch wurde vom Markt nicht verstanden. Ich schickte es mehreren Magazinen, Verbänden und Redaktionen. Niemand erkannte das Potenzial dieses Buches, und dass ich versuchte über die Genres allgemeine und universelle Story-Archetypen zu entwerfen.

Ich blieb an der Sache dran und entdeckte weitere Formeln für den Abenteuerfilm, für Krimis und für Thriller. Daraus entstand „Das große Lehrbuch für Autoren“ (2019). In dem bezeichnete ich die allgemeinen Erzählmotive noch als Masterplots, angelehnt an das Buch von Ronald B. Tobias „20 Masterplots“ (1993). Doch Tobias versteht seine Masterplots viel allgemeiner, als ich meine Plots verstehe. Ich musste umdenken und einen eigenen Begriff für meine Plots finden. Es dauerte nicht lange, bis der Begriff „Superplot“ für die Bezeichnung erfolgreicher Plots geboren wurde.

Mittlerweile haben einige Autoren erkannt, dass Superplots eine wichtige Grundlage fürs Schreiben darstellen. Für diese Autoren wird die Seite Superplot.org entwickelt und gestaltet. Dabei kannst auch Du mithelfen.

Superplot.org ist eine Mit-Mach-Seite für Autoren. Sie soll Schriftstellern eine echte Hilfe bei der Arbeit sein. Jeder, der möchte, kann mitgestalten und Ideen zu neuen Superplots einbringen. Nur durch gemeinsame und gegenseitige Hilfe kann etwas Großes entstehen.

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